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04.12.07
Zeitschrift Eternit (Schweiz) AG / Dezember 2007
Rund 1,4 Millionen Gebäude sind in der Schweiz verzeichnet, die Hälfte davon wurde vor 1960 gebaut. Der schweizerische Gebäudebestand ist also alt. Der Bedarf, die bestehenden Gebäude zu erneuern, ist entsprechend gross. Zudem kommen derzeit viele Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren, nicht zuletzt auf Grund ihrer spezifischen Bauweise, in den Renovationszyklus. Auf jeden Fall wird diese Bauaufgabe in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Altbauten stellen aber nicht neutrale Bausubstanz dar. Jedes historisch gewachsene Haus hat seine eigene Lebensgeschichte. Bauliche Eingriffe müssen der bisherigen Geschichte eines Gebäudes gerecht werden ? man muss sie sorgfältig renovieren. Hierfür ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.
Ist das Objekt durch den Alterungsprozess oder durch äussere Einflüsse beschädigt, muss es restauriert werden. Dabei gilt es, den ursprünglichen oder einen früheren Zustand wiederherzustellen. Gerade bei historisch wertvollen Gebäuden möchte man dessen architektonische Qualitäten erhalten.
Oft sind es aber ganz pragmatische Gründe, warum in bestehende Gemäuer eingegriffen wird. Ökonomische, terminliche oder baurechtliche Gründe führen dazu, dass ein Bau nicht abgerissen werden soll. Muss das Gebäude altershalber überholt und den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden, so lässt man es sanieren. Dabei gehen die Eingriffe über die Instandhaltung hinaus und schliessen in der Regel eine Modernisierung ein.
Vielfach gehen die Wünsche aber weiter, da die vorhandenen Räume den Anforderungen nicht gerecht werden. Man will sie umbauen oder erweitern. Neue Erfordernisse kommen hinzu, andere Funktionen werden verlangt. Hier stellt sich sofort die Frage, wie sich die angefügten Gebäudeteile gegenüber den bestehenden verhalten: Ist eine didaktische Unterscheidung adäquat oder soll eine neue Einheit entstehen?
Das «Verwischen» oder «Verschleifen» von baulichen Eingriffen in vorhandene Bausubstanz ist ein heute gerne verwendetes Vorgehen, bei der sich Altes und Neues vermischt. Existierendes zu transformieren, bedeutet dabei ein Lavieren zwischen Bewahren und Verändern. Erneuern, renovieren, restaurieren, sanieren, umbauen, erweitern, transformieren ? all dies meint weiterbauen. mh
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