|
01.08.06
Ausgabe August 2006
Editorial
In der Architekturentwicklung lässt sich beobachten, dass das Dach vermehrt als «fünfte Fassade» eingesetzt wird. Architekten beschäftigen sich intensiv mit dem Gedanken, eine einheitliche Gebäudehülle zu gestalten. Daraus lässt sich ableiten, dass in der Architektur der Gegenwart die Charakteristik von Körper, Bekleidung und Ausdruck interessiert. Ein als kompaktes Volumen artikuliertes Bauwerk wird oft als Monolith bezeichnet. Die Gesamtform kann dabei entsprechend dem städtebaulichen Kontext moduliert und angepasst werden. Natürlich wird mit dem skulpturalen Ausdruck auch der Objektcharakter gefördert. In vielen Fällen geht es aber weniger um einen ausgehöhlten Stein, als vielmehr um das sorgfältige Umhüllen der Innenräume. Der Gebäudeabschluss ist oft nur eine dünne Schicht, die den gesamten Baukörper wie eine Haut umspannt. In solchen Fällen der gefügten, einheitlichen Umhüllung sprechen wir daher von ALL OVER.
Mit Faserzementplatten lässt sich ein Gebäude an Dach und Fassaden einheitlich und auf verschiedene Arten eindecken. Das Material ist hart und resistent, zugleich signalisiert der steinerne Charakter eine robuste Schale. Die Eternit (Schweiz) AG stellt geeignete Materialien zur Verfügung und engagiert sich für eine technisch einwandfreie Verarbeitung. Ausserdem sucht das Unternehmen Wege, um Dach- und Fassadenprodukte kompatibel zu gestalten, und entwickelte insbesondere konstruktive Lösungen für minimierte Übergänge von den Fassaden zum Dach. Damit sind Steildächer ohne Auskragungen möglich sowie Fassaden ohne sichtbare Abschlusselemente. Architekten haben freies Spiel in Farben, Formen und Proportionen.
An dieser Stelle wurden bereits wiederholt Beispiele mit einheitlichem Dach- und Fassadenmaterial vorgestellt. In der vorliegenden Ausgabe möchten wir durchwegs Beispiele unter dem ALL OVER-Aspekt betrachten. Gemeinsam ist solchen Bauten, dass sie uns «berühren» ? sie provozieren und lösen Reaktionen aus. Sie wecken Assoziationen. Sie setzen Zeichen. Mittels der gestalterischen Strategie des ALL OVER nehmen die Gebäude verschiedenste Formen an: wie ein Kristall, wie ein Vulkangestein, wie ein Tarnanzug, wie ein Overall.
Samuel Tramaux, Direktor Verkauf, Eternit Schweiz) AG
Inhalt
2 Integral Crea ? das einheitliche Eternitkleid
4 Variationen über die Angleichung von Dach und Fassade
5 Wohnüberbauung Le Signolet, La Neuveville Pierre Liechti, Biel
6 Wohnsiedlung Rebhof, Kleinandelfingen Sieber Architektur, Winterthur
8 Geschäftshaus, Norden (Deutschland) Helmut Riemann, Lübeck
10 Doppelhaushälfte Hartmannshofen, München (Deutschland) Lothar Grassinger, München
11 Umbau Einfamilienhaus Bergstrasse, Goldau Kaufmann Architektur & Planungs AG, Goldau
12 Wohn- und Geschäftshaus, Schenna (Italien) Höller & Klotzner, Meran
18 Haus Sagengüetli, Niederurnen Herbert Bruhin, Siebnen
22 Einfamilienhaus Dalla Corte, Gottlieben Dalla Corte + Völkle Architekten GmbH, Ermatingen
26 Detailhandel-Filiale Rhymarkt, Grabs Zogg & Tribelhorn AG, Buchs, und René Brassel, Trübbach
28 Saffa-Haus, Stäfa Lux Guyer, Zürich / Beate Schnitter, Küsnacht
Design
32 Pflanzengefäss Twista ? eine bewegte Skulptur Martin Mostböck, Wien
Event
34 «Architektur verkaufen» ? Marketingstrategien für Architekten
News
36 Eternit Architektur-Preis 2006
Buchbesprechung: Industriekultur im Kanton Glarus
Download: PDF 5 MB
Bestellen: Papierversion
<- Zurück zu: Ausgabenübersicht
|